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Das Haus in Montevideo

eine moralische Komödie von Curt Götz

Besetzung Presse-Echo

Besetzung

Prof. Traugott Nägler: Lukas Rößeler
Marianne, seine Frau: Uschi Faust
Atlanta: Ellen Bertram
Parsifal: Ansgar Haller
Wotan: Oliver Kutsch
Fricka: Birgitta Koke
Freya: Alexandra Jordans
Fafner: Marc Schmitz
Fasold: Markus Jordans
Oktavia: Eyleen Blaim
Nona: Sabrina Kunzendorf
Decima: Susanne Milcher
Kriemhild: Anne Damm
Ultima: Christina Milcher
Pastor Riesling: Clemens Bauer
Martha, eine Magd: Andrea Milcher
Herbert Kraft: Stefan Milcher
Bürgermeister: Manfred Laufs
Madame de la Roco: Maria Barrientos
Belinda: Claudia Thönnissen / Birgitta Koke
Carmencita: Christiane Müller
Dolores: Silke Helbing
Raquel: Andrea Milcher
Ricardo Cortez, Anwalt: Steffen Thormählen
Briefträger: Stefan Thum
 
Spielleitung: Heinz Milcher
Bühnenbild: Helmut Grosser
Bühnenaufbau: Albert Lützeler
Willi Thiesen
Maske: Monika Thum
Souffleuse: Kathi Milcher

Presseecho

Viel Beifall für Komödie mit ernstem Hintergrund

Mit einer moralischen Komödie des Schriftstellers Curt Götz stellte sich die Theatergruppe des Eifel- und Heimatvereins Breinig in diesem Jahr ihrem Publikum vor. Bereits im Vorjahr wurde die Komödie "Der Zweifamilienurlaub" zu einem großen Erfolg. Nun sollten mit dem Theaterstück "Das Haus in Montevideo" erneut die schlummernden Talente der Amateurschauspieler gefordert werden.

Curt Götz, der diese zu seinen Bestsellern zählende Komödie 1951 schrieb, hätte seine helle Freude an den gut einstudierten Charakterrollen der jungen Schauspieler gehabt. Ein halbes Jahr lang übten die Jungen und Mädchen unter der Leitung von Heinz Milcher an diesem anspruchsvollen Stück. Mit welch ungeahnter Arbeit und Liebe zum Detail geprobt wurde, wird besonders deutlich in der Hauptrolle, dem ach so moralischen Professor Traugott Nägler, die hervorragend besetzt war mit Lukas Rößeler. Aber auch Uschi Faust als seine Frau und Mutter von zwölf Kindern konnte in ihrer Rolle überzeugen. Überhaupt waren die Charaktere dieser Komödie mit Schauspielern besetzt, die sich in ihre Rolle gut einlebten und sie hervorragend interpretierten, ohne dabei zu überziehen.

Der Autor Curt Götz bezweckte mit seiner Komödie, der angeblich so moralischen Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten, denn allzu schnell sei man zu einem Urteil über andere Menschen, selbst aus der Verwandtschaft, bereit. Um ein solches Urteil und seine Folgen geht es in diesem Stück: Die Großfamilie erhält eines Tages einen Brief aus Montevideo, in dem mitgeteilt wird, daß die verstorbene Tante ihrer Nichte ein Haus vererbe. Traugott hatte seine Schwester verstoßen, als diese mit 17 Jahren ein uneheliches Kind zur Welt brachte. Da sie also in seinen Augen höchst unmoralisch war, weigerte sich Traugott zunächst, das Erbe anzunehmen. Doch die Neugier und die geschickten Überredungskünste von Pastor Riesling (Clemens Bauer), waren nicht ohne Wirkung, und so fuhr er nach Montevideo, das Erbe anzunehmen. Dort erfuhr er von dem Haken, den die Geschichte hatte: Das Erbe sollte erst dann übergeben werden, wenn jemand aus der Familie das gleiche Schicksal erleidet wie die verstorbene Schwester. Der gestrenge Herr Professor, der die Stiftung der Tante zugunsten alleinstehender Mädchen zunächst für eine Art Freudenhaus hielt, mußte bald erkennen, daß seine "unmoralische" Schwester alles gab, um andere vor dem Schicksal des Verstoßenseins zu bewahren. Dennoch hatte die Geschichte ein Happy-End: Es stellte sich nämlich heraus, daß der Moralapostel Traugott, der seine Frau auf einem Schiff heiratete, in "wilder Ehe" lebte und also zwölf uneheliche Kinder hatte, da der Schiffskapitän gar keine Trauungsvollmacht besaß. Das war zwar ein harter Schlag für Traugott, aber das Erbe konnte angetreten werden, und der Herr Papa war gezwungen, seine strengen moralischen Grundsätze zu überdenken.

Ein Lob wurde von allen Seiten den Schauspielern und den Verantwortlichen hinter den Kulissen gezollt, denn an dieser Aufführung stimmte einfach alles. Die farbenprächtigen Bühnenbilder von Helmut Grosser wurden ebenso mit Beifall honoriert wie die liebevolle Kostümierung und Maske. Jede Einzelheit war gut durchdacht und ausgeführt. Schon jetzt freuen sich die Zuschauer auf das nächste Theaterstück des Eifel- und Heimatvereins. (Stolberger Volkszeitung vom Mai 1990)


Über Moral und ihren Gebrauch zum eigenen Nutzen

Über Moral läßt sich bekanntlich trefflich streiten. So auch über den Ausspruch von Georg Bernhard Shaw: "Die moderne Menschheit hat zwei Arten der Moral: eine, die sie predigt, aber nicht anwendet, und eine, die sie anwendet, aber nicht predigt." Nun ja. Jedenfalls hat sich Shaws Schriftsteller-Kollege Curt Götz diese Aussage zunutze gemacht und eine "moralische Komödie" mit dem Titel "Das Haus in Montevideo" geschrieben. Der Eifel- und Heimatverein Breinig spielte dieses Stück am Wochenende in der Mehrzweckhalle.

Um es vorwegzunehmen: Es war ein Genuß, den Mitgliedern des jungen Ensembles zuzuschauen. Ob Lukas Rößeler als Professor Traugott Nägler - ausgestattet mit einem "überdimensionalen moralischen Feingefühl" - Uschi Faust, sie spielte seine Frau Marianne, oder Pastor Riesling, dargestellt von Clemens Bauer: Sie alle überzeugten mit ihrer Darbietung.

Doch damit nicht genug: Auch das "Drumherum" stimmte. Neben den bemerkenswerten schauspielerischen Leistungen muß das Bühnenbild erwähnt werden. In mühevoller Kleinarbeit hatten die Mitglieder der Laienspielgruppe unter Anleitung von Helmut Grosser eine Requisite gezaubert, die ihresgleichen sucht und (fast) professionellen Charakter besaß. Daß solche Voraussetzungen belohnt werden, zeigte sich während und nach der Aufführung. Die zahlreichen Zuschauer in der Mehrzweckhalle sparten nicht mit Beifall. Die Geschichte des "Hauses in Montevideo" ist leicht zu erzählen und hält jedem Menschen in Sachen Moral einen Spiegel vor. Wer die Komödie aufmerksam verfolgt, muß zu dem Entschluß kommen: Kein Mensch ist unfehlbar.

Das mußte auch Professor Nägler erkennen. Nachdem er seine Schwester im Alter von 17 Jahren wegen der Geburt eines unehelichen Kindes verstoßen hatte, führt er seine Familie mit "strenger Hand". Die zwölf Kinder werden nach seinen moralischen Grundprinzipien erzogen, dürfen keine Wiederworte geben.

Eines Tages erreicht Nägler die Nachricht vom Tod seiner Schwester. Diese vermacht Atlanta, der ältesten Tochter des Professors, ein Haus in Montevideo mit "allen Rechten und Pflichten". Am Ort angekommen, erfährt Traugott Nägler, daß auch eine größere Geldsumme im Spiel ist, jedoch mit einer Klausel versehen: Ein Familienmitglied muß das gleiche Schicksal wie die Verstorbene ereilen. Sonst kommt der sechsstellige Betrag einer Stiftung zugute. Der Professor gerät ins Grübeln; will er doch in den Genuß des Betrages kommen, um als Wohltäter in der Heimat aufzutreten und seiner Familie endlich etwas Gutes tun: Doch alle Bemühungen sind vergebens. Das Geld rückt in weite Ferne, kein uneheliches Kind ist in seiner Familie "in Sicht". Per Zufall erfährt Traugott Nägler schließlich, daß seine Ehe mit Frau Marianne ungültig ist. Somit sind seine zwölf Kinder alle unehelich geboren worden, der Geldbetrag ist ihm sicher. Frohen Herzens willigt er darauf hin in die Heirat seiner Tochter Atlanta mit einem schüchternen Architekten ein. (Stolberger Nachrichten vom Mai 1990)

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