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Arsen und Spitzenhäubchenvon Joseph Kesselring
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PresseechoTheatergruppe Applaus
präsentierte Nette alte Damen brachten Herren um Tosender Beifall. Die Premiere "Arsen mit Spitzenhäubchen" der Breiniger Theatergruppe "Applaus" hat gefallen. Es gab viel zu Lachen. Das war vor allem einer umwerfenden Uschi Faust alias Miss Abby Brewster zu verdanken. Obwohl Uschi Faust ein junge Frau ist, beherrscht die Breinigerin die Rolle der netten alten Dame perfekt. Mütterlich umsorgt sie als liebes Tantchen Abby ihren Lieblingsneffen Teddy - witzig von Herbert Schön gespielt - und Mortimer Brewster. Im gleichen Moment tötet sie mit Unschuldsmine einsame Herren. Klasse. Uschi Faust war sehr textsicher, der Blick zur Souffleuse war überflüssig. Wenn andere mal einen kurzen Hinweis brauchten, so war das nicht schlimm, eher "charmant". Bestens umgesetzt hat Karla Preckel den Typ "altes Tantchen". Sie verkörperte Abby's Schwester Martha, leicht "tüttelig" und damit herrlich erfrischend. Auch Jan Savelsberg als Heiratswilliger Neffe Mortimer, bereicherte das Spiel. Bei "Arsen und Spitzenhäubchen", beide Vorstellungen am Samstag und Sonntag im Kulturzentrum Frankental waren ausverkauft, durften Zuschauer herzhaft lachen. In weiteren Rollen spielten Andreas Koke (Jonathan Brewster), Ulrich Pfaff (Pfarrer Harper/ Mr Gibbs), Ute von Drathen (Ellen Harper), Christian Pfaff (Sergeant Brofy), Anke Pfaff (Sergeant Klein), Elke Clermont (Leutnant Roony), Günter Derks (O' Hara), Clemens Bauer (Dr., Einstein) und Heinz Milcher (Mr. Witherspoon). Helfer im "Untergrund": Heinz Milchner (Gesamtleitung/ Bühnenbild), Josef Kehren, Albert Lützeler, Heinz Schwering, Willi Thiesen (Bühnenbau), Brigitte Noack, Yvonne Lübke, Rita Derks (Maske), Ralf Sterck, Stefan Thum, Clemens Bauer (Ausstattung/Technik), Kathi Milchner (Souffleuse). (Stolberger Nachrichten vom 19. November 2001) "Arsen und Spitzenhäubchen" Stolberg. Im nun 13. Jahr seit dem Bestehen der Breiniger Theatergruppe «Applaus» verzauberten die Darsteller am Wochenende den voll besetzten Saal im Kulturzentrum Frankental. Mit dem Bühnenstück "Arsen und Spitzenhäubchen" von Joseph Kesselring ist den Schauspielern des Eifel- und Heimatvereins in diesem Jahr eine ganz besondere Aufführung und Premiere gelungen. Zeit seines Lebens hatte sich der deutschstämmige Amerikaner und Autor Kesselring dagegen gewehrt, seine einzige große Inszenierung aus dem Jahre 1939, die später auch von Frank Capra verfilmt wurde, als "schwarze Komödie" zu verstehen und zu interpretieren. Hätte er der Darbietung im Kulturzentrum beigewohnt, er wäre sicher verzweifelt. Kein Drama, wie der Autor ursprünglich geplant hatte, ist es, was die Breiniger auf der Bühne zelebrieren, sondern vielmehr eine großartig angelegte "schwarze Komödie" im wahrsten Sinne des Wortes. Das liebevoll gestaltete Bühnenbild entführt den Besucher zunächst ins Brooklyn der 30er Jahre, bevor die beiden Hauptdarstellerinnen Abby und Martha Brewster (gespielt von Uschi Faust und Karla Preckel) die Szene betreten. Die beiden älteren, nett, liebenswürdig und hilfsbereit erscheinenden Damen haben ein dunkles Geheimnis. Sie sind eiskalte Mörderinnen - jedoch nicht böse. Im Gegenteil: Sie glauben sogar, den alten und einsamen Herren, die sie ins Jenseits befördern, etwas Gutes zu tun. Und in der sympathischen Art der beiden Damen, für die das «Erlösen» der Herren so selbstverständlich wie der tägliche Nachmittagskaffee ist, entwickelt sich die mitreißende bizarre Komik des Stückes. Unterbrochen wird die Handlung hin und wieder von einem anderen verrückten Ableger der Familie Brewster, Teddy (Herbert Schön), ein Neffe der beiden Schwestern. Dieser glaubt, der amerikanische Präsident Teddy Roosevelt zu sein, und er wäre für den Handlungsverlauf fast überflüssig, würde er nicht zur seltsamen Komik des Gesamtwerkes beitragen. Schließlich erscheint ein weiterer geistesgestörter Brewster, Jonathan (Andreas Koke), ein polizeilich gesuchter Massenmörder auf der Bühne. Nach einigen Verwechslungsspielen, wem denn nun welche Leiche gehöre, realisiert Jonathan, dass seine lieben Tanten genauso viele Morde begangen haben wie er. Seine Mörderseele ist gekränkt und er beschließt, Mortimer Brewster, einen weiteren Neffen, umzubringen, um sein "Leichenkonto" aufzubessern. Dieser Mortimer, glänzend gespielt von Jan Savelsberg, der besonders gestisch und mimisch zu überzeugen wusste, scheint der einzige "Normale" auf der Bühne zu sein. Ihm gelingt es schließlich auch, mit Hilfe der Polizei alle Brewsters dahin zu befördern, wo sie hingehören: ins Irrenhaus. Den Wettkampf mit Jonathan aber, wer der bessere Mörder sei, gewinnen die Schwestern. Als letzter muss kurz vor dem Fall des Vorhangs der Sanatoriumsleiter (Heinz Milcher) "dran glauben". So sehr sich Joseph Kesselring es vielleicht gewünscht hätte: Ein Drama hat die Regisseurin Elke Clermont mit ihren Darstellern sicher nicht aus dem Text gemacht. Viel besser: Den Akteuren ist es glaubhaft gelungen, die Figuren der Mörder in einer bizarren Art und Weise lustig zu präsentieren. Eine große schwarze Komödie. Die weiteren Aufführungen am 24. und 25. November sind bereits ausverkauft. (Stolberger Zeitung vom 19. November 2001) |
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